700km entfernt im Norden liegt Oudomxay...
Was für ein Heiligabend bzw. 24.Dezember.2008. Um 4Uhr nach nahezu keinem Schlaf hieß es aufstehen und um 5Uhr sind wir losgelaufen zum Busbahnhof Nord. Schon ein Stück zu Fuß von zu Hause. Aber bei dem Glück was wir haben fuhr um diese tote Uhrzeit ein TukTuk an uns vorbei, welches uns Gott sei dank zum Busbahnhof kutschierte. Dort standen wa dann bis 7Uhr herum. Naja hier weiß man halt nie genau, wann der Bus wirklich startet. Kann auch durchaus sein, dass er mal ne Stunde früher startet, oder auch später. Diesmal ist er zum Glück pünktlich los und so gings wir uns um punkt 7Uhr in end der Klapperkiste Richtung Oudomxay. In Deutschland wäre dieses Ding mit Sicherheit nicht über den Tüv gekommen. Zudem waren die Sitze stein hart und steif wie ein Brett, der Gang vollbeladen mit irgendwelchem Gepäck und Transportsäcken, lao-thai Sound aufgedreht aus den Boxen… schon sehr uncool. Doch irgendwie auch doch. So reisen halt die einheimischen, eher ärmeren Laoten. Eng zusammen gequetscht Wobei der sogenannte „VIP“-Bus nur 20000Kip(2€) mehr kostet. Da sieht man mal, was für manche hier 2€ bedeuten. Naja, wir fuhren ja über Tag, so dass wir nun endlich einmal etwas vom „wirklichen“ Laos sehen konnten. Viiieeeellll schönes Land, kleine Dörfer mit kleinen Bambushütten, einer Dorf- Gemeinschaftsdusche… Man hat schon einige Einblicke auf der Fahrt bekommen können. Waren schließlich auch 18 Stunden unterwegs, bis wir schließlich mitten in der Nacht, um 2Uhr den Busbahnhof in Oudomxay erreichten. Zwischendurch hatte ich die Befürchtung, ich überlebe diese Fahrt nicht! Martin holte uns dort ab und wir liefen etwa 15Minuten durch die Oudomxayer Nacht zu seinem Haus. Man war ich froh, als ich endlich im Bett lag! Zum Glück hatte jeder von uns ein eigenes Bett. Seine WG Mitbewohner waren über Weihnachten alle ausgeflogen sodass noch 3 Betten frei waren, in denen wir freundlicherweise pennen durften.
Als ich am Donnerstag Morgen erwachte, so gegen 12Uhr, waren die Anderen natürlich mal wieder ausgeflogen. Stellte sich zum Glück heraus, dass sie nur bei den Nachbarn waren. Also gesellte ich mich zu ihnen. Schon schön Lao Bier am trinken gewesen…nenene, Bier wird hier echt mehr konsumiert als Wasser! Hatten auch die Gitarre ausgepackt. Franzi wechselte sich mit na Laotin mitm Spielen ab. Kann echt klasse spielen und singen….Später waren wir auf dem Obst- und Gemüsemarkt. Echt beeindruckend. Hier kann man echt Sachen kaufen, die essbar sein sollen, wo sich jedem Europärer der Magen schon beim Betrachten umdreht. Alles von Ratte, Bisamratte, Vögel bis „normales“ wie feuerrote Fleischtomaten, Gurken, grünen Salat. Wir kauften einen ganzen Sack Süßkartoffeln für unser abendliches Lagerfeuer. Dazu waren die laotischen Nachbar für 19Uhr eingeladen. Aber so wie die Laoten halt sind kamen sie so gegen 21Uhr. Bo pen njang- besser spät als nie. Feuer brannte und die Süßkartoffeln lagen bereits in der Feuerschale mit Glut. Echt cool. Die Phon hat selbst gemachte Pommes in die Pfanne über dem Feuertopf geschmissen und immer wieder wurde ein neuer Topf mit Nudeln rumgereicht…
Ein Blick am Freitagmorgen aus dem Fenster zeigte Regenwetter. Nahezu wie in Deutschland…echt schade da wir so nicht wirklich raus kamen! Naja ab 14Uhr waren wir auf einer „Weihnachtsfeier“ von nem französisch sprechenden Australier eingeladen, der seid 9Monaten hier lebt. War echt nett und lustig! Man, sind die Laoten gut im trinken…und im Abfüllen der Anderen. Es ist hier halt so, dass man nicht seine eigene Pulle Bier hat sondern es geht ein Glas für alle rum. Einer in der Runde schenkt immer ein Glas Bier oder Schnaps ein und reicht es rum. Man muss schon schnell austrinken, da der Nächste schon drauf wartet dass er das neu gefüllte Glas bekommt. Naja und wenn man so trinkt schlägts halt echt rein… Ausreden, nicht trinken zu können gibt es nicht. Gut man kann sagen man nehme Tabletten oder habe irgendwelche schmerzen, aber so was wie „Ich muss noch fahren“ gilt gar nicht! Und wenn man einmal angefangen hat zu trinken braucht man auch nicht mehr mit na Ausrede ankommen. Zwischenzeitlich zog ich mich dann mal zurück und legte mich gemütlich auf die sich am Boden befindende Garderobe. Ging nicht anders. Karaoke war natürlich auch am Start und die Laoten waren ganz heiß drauf, auch mal deutsche Lieder zu hören. So lief auch mal Gröni, Blumentopf…schööönnn. Auch wenn sie davon absolut nichts verstanden. Wir verstehen ihre Texte ja auch nicht.
Am Samstag schien zum Glück wieder die Sonne und es war teilweise richtig warm. Die laotischen Freunde von Martin machten mit uns einen Ausflug zum Wasserfall am Kilometer 11! Vooollll tolllll! Echt super schön! Wie in na anderen Welt! Könnta ja zum Teil auf den Bildern sehen, aber kennt ihr ja, auf Bildern wirkt das alles nicht so wie in echt! Franzi, Tilman, Martin und ich sind dort auch hoch geklettert….Nur gebadet habe ich leider nicht! War halt doch nicht sooo warm. Nächstes Mal. Anschließend sind wir noch eine sogenannte „Dirtroad“ gefahren. Also ne Straße aus Erde mit gaaannnzz vielen Löchern und Unebenheiten. Schon krass und unbequem zu fahren. Aber so haben wir noch mehr Land gesehen…
Und um 16Uhr hieß es dann wieder: Einsteigen, es geht nach Vientiane. Dieses Mal haben wir die 20000Kip mehr bezahlt und nen VIP Bus genommen. Echt purer Luxus! Die Laotinnen haben für uns geregelt, dass wir direkt die ersten Plätze bekamen. So hatten wir deutlich mehr Beinfreiheit. Auch so: Sitze mit Federung und Polster! Gut auch wieder lao-Thai Mukke, diesmal mit Bild, zum Karaoke Singen. Ohropax rein, so war das auch erträglich! Najut nach einiger Zeit habe ich mich dann doch aufn Boden verkrochen. Also Franzi hat ihre Beine hoch gelegt und ich mich vor die Sitzbank! Ekelig, ich weiß, aber da ich mich sowieso ganz in die Waschmaschine stecken musste, wars eh egal. So konnte ich wenigstens etwas dösen und ich glaube ich hab sogar für ein paar Minuten gepennt! Und wer hätte es gedacht, um 6Uhr am Sonntag Morgen erreichten wir den Busbahnhof Nord in Vientiane. 4Stunden weniger als aufn Hinweg!! Gott sei Dank, überlebt.
12/30/2008
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