Diese Woche, Dienstag 14.10., habe ich mein erstes laotisch- buddhistisches Fest erlebt. Es nennt sich „Bun Ok Phansa“. Dafür sind wir morgens früh alle ins „Wat“ gegangen (wers nicht weiß: das ist ein buddhistisches Kloster/ Tempel). Doch davor hat jeder von uns einen Teller mit Opfergaben wie Klebreis, Obst, Süßigkeiten, Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen vorbereitet. Im Wat knieten viele Menschen in einer Schlange und gaben den vorbeigehenden Mönchen diese in ihre Tragschalen. Ich glaub das ist so ein Fest wie zum Ende der Fastenzeit. Die Opfergaben werden glaub ich auch jeden Morgen gemacht, wo die Mönche an der Straße entlang gehen. Dann wird allerdings nur Reis gegeben. Naja, ich kenne mich damit ja auch noch nicht so gut aus. Am Nachmittag gings dann weiter. Unser Hausmeister hat für uns im Hauseigenen Garten einen Bananenbaumstamm gefällt und ihn in kleine runde Stücke gesäbelt. Anschließend hat jeder von uns dienen Bananenstumpf mit Bananenblattstreifen, die wir falteten, verkleidet (müssta Fotos gucken). Danach noch schön mit Blüten, Kerzen und Räucherstäbchen verziert. Am Abend haben wir diese Boote, wie es die Laoten auch tun, in den Mekong gelassen. Dies wird zum Gedenken an die Vorfahren getan, sowie zur Reinigung der Sünden, des Karmas, oder so. War auf jeden Fall ein riesen Spektakel. Die Laoten bauen teilweise riesige Boote und vollziehen eine bewundernswerte Zeremonie. Anschließend wird gefeiert. Wir, also die anderen Freiwilligen und ich, sind auch noch etwas durch die Straßen gezogen und haben uns später am Abend gemütlich mit „Laolao“ auf unsere Terrasse gesetzt. Es war echt ein netter und lustiger Abend. Am nächsten Tag war zum Glück ein laotischer Feiertag, sodass wir ausschlafen konnten. Dies war der Tag des „Bootsrennenfest“ auf dem Mekong. Ein Boot war besetzt mit 50 Mann. Echt heftig! Sind dann, wie bei einem Turnier immer zwei gegeneinander gefahren. Wir hatten auch eine deutsche Mannschaft, die allerdingens außer Wettbewerb fuhr. Die laotischen ließen ihnen etwas Vorsprung und trotzdem sind sie immer als zweites angekommen…Nunja die Laoten trainieren dafür auch echt heftig. Am Mekongufer war der Teufel los. Alle wollten dieses Spektakel ansehen. War echt schon zu voll. Gedränge, komische Gerüche und es war mal wieder super heiß, aber nunja. Muss man gesehen haben.
Heute, Donnerstag 16.10., hatte ich wie jeden Morgen drei Stunden Sprachkurs. Währenddessen habe ich von Tanja bescheid bekommen, dass ich um 13Uhr einen Termin im Bildungsministerium habe bzgl. Meiner Einsatzstelle. Uiuiui…war ich nervös. Dort bin ich dann mit unserer Betreuerin Tanja und Mr. Kanton hingefahren. Lief echt ganz gut. War alles was förmlich und so, aber dies ist nun mal so am Ministerium. Jetzt weiß ich endlich wenigstens etwas bescheid. Soweit ich informiert wurde, werde ich nun ab November drei Tage die Woche im Kindergarten des Bildungsministeriums arbeiten und zwei Tage im Büro des Bildungsministeriums. Dort werde ich wahrscheinlich meine Ideen und mein Wissen bezüglich Kindergartenkonzepte mit einbringen können. Nunja, mal abwarten. Für die Arbeit dort werde ich mir jedenfalls verschiedene laotische Verhaltensweisen aneignen und einprägen müssen. Zum Beispiel muss man gebeugt/ gebückt gehen, wenn ich an meiner direkten Chefin vorbei gehe und noch extremer wenn ich am „Head“ also dem Obersten im Ministerium begegne. Ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. Aber ich denke dies lernt man mit der Zeit. Bin end froh, dass ich endlich mehr weiß über meine Arbeit hier, zumindest dass ich doch wo unterkomme da mein ursprünglicher Einsatzplatz, auch in einem Kindergarten, doch nicht möglich war. Aufregend, aufregend. Und so wie ich nun mal bin, bin ich jetzt schon nervös wenn ich wieder hin muss zur Besprechung meiner Aufgaben etc.. Naja, Ines positiv denke, du packst dat schon wa!
Jetzt haben wir schon wieder Samstag. Habe einerseits das Gefühl, dass ich schon ewig hier bin, anderseits sinds ja erst 2Wochen und von daher die Zeit doch nicht wirklich umgeht. Aber das wird bestimmt noch kommen. So das wars mal wieder von mir aus dem fernen Laos. Jetzt geht’s auf Party! Also ich trinke einen für Euch mit! Küsschen und fühlt euch gedrückt.
10/19/2008
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